Glücklich in St. Georg – Lutz Johannsen

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„Ja, ich bin glücklich auf St. Georg“ sagt Lutz Johannsen fröhlich bei unserem Treffen in der M&V Bar an einem wunderbaren Sommersonnentag. Wie macht der Mann das nur, bei so vielen Aufgaben so entspannt und scheinbar immer gut gelaunt zu bleiben? Wahrscheinlich weil er das was er tut richtig gern macht und immer mit Herz und Hirn voll dabei ist:

Wer bist du und was machst du?

Moin, ich heiße Lutz Johannsen, 56 Jahre alt. Bin „Quiddje“ und seit 1981 in Hamburg. Ich wollte ein Jahr bleiben und habe mich in diese tolle Stadt verliebt. Mein Geld verdiene ich als Ein- und Verkaufsleiter einer kleinen Hamburger Firma.
Ich war 8 Jahre in der Hamburgischen Bürgerschaft, bin seit 2008 im Aufsichtsrat der AIDS Hilfe Hamburg e.V. und seit Oktober 2014 Vorstandsvorsitzender der Hamburgischen Regenbogenstiftung. Des Weiteren unterstütze ich den Verein Hamburg Pride und den Bürgerverein St. Georg und die über 150 Jahre alte Tante SPD.

Seit wann wohnst du in St. Georg und was hat dich hergebracht?

Ich lebe seit Oktober 1986 auf St. Georg, mich haben die Kerle hergebracht. Denn hier fand Mann schon damals viele Schwule (lacht).
Seit 1993 lebe ich hier zusammen mit meinen Mann Uwe Johannsen.

Was magst du hier und auf was könntest du gut verzichten?

Ich engagiere mich in den oben genannten Vereinen und der Hamburgischen Regenbogenstiftung.  Mein Hauptthema ist seit vielen Jahrzehnten die Schwulen und Lesben Bewegung @ HIV und Aids. Bei diesem Thema verändert sich nix, wenn wir uns nicht selber einbringen und auf die Politik und Gesellschaft Druck machen. Und wenn wir uns anschauen, was in Hamburg bewegt worden ist in den 1990er und 2000er Jahren, dann waren wir in Deutschland Vorreiter. Daran, das darf ich unbescheiden sagen, habe ich einen großen Anteil als MdHB – und bin stolz darauf.

Verzichten kann ich auf: die, die hier hinziehen, weil der Stadtteil bunt und fröhlich und immer was los ist – und sich anschließend über die Leute, die in und vor den Cafés sitzen, beschweren, weil die sich nicht flüsternd unterhalten. Also die ewigen Nörgler, die aber selber den Mors nicht hochbekommen, um sich hier zu engagieren.

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Was ist für dich St. Georg und wo ist dein Lieblingsplatz?

Ich liebe diesen Stadtteil wegen seiner Vielfältigkeit, Buntheit und dem Miteinander der verschiedenen Kulturen und Menschen. Es gibt einen Spruch, der heißt: „Auf St. Georg engagiert man sich.“ Das ist keine Floskel – so ist das hier und das ist super! Ein Beispiel: Volker Wiem von EDEKA Niemerzsein hat seinen Supermarkt hier vor einigen Jahren eröffnet. Ich habe ihn – ohne ihn zu kennen – angesprochen auf die Hamburgische Regenbogenstiftung und die Aids Hilfe Hamburg und ihm eben diesen Satz gesagt. Und was passierte? Er wurde Kurator der Stiftung und unterstützt uns wo er kann. Ebenso der ehemalige Vorsitzende des Bürgervereins, Helmut Voigtland, dem ich den Satz allerdings nicht sagen musste – denn Helmut hat ihn mir vor 3 Jahrzehnten gesagt. Und so bin ich glücklich darüber, gemeinsam mit tollen Leuten in der AIDS-Hilfe und der Hamburgischen Regenbogenstiftung und von meinem Kiez St. Georg aus für Vielfalt, Toleranz und eine offene Gesellschaft zu streiten.

Mein Lieblingsplätze liegen sehr nah beieinander: das M&V und das Café Caravela liegen sich gegenüber in der Langen Reihe. Hier treffe ich mich gern mit Freunden oder Sponsoren oder Spendern. Und das schönste Haus ist natürlich die AIDS Hilfe in der Langen Reihe 30-32.

Und Lutz wäre nicht Lutz, wenn er nicht die Chance nutzen würde, auch über einen Blog-Beitrag Spenden zu sammeln – ganz einfach per SMS:

Spendet per SMS 6 Euro für die Flüchtlingsarbeit der AIDS-Hilfe Hamburg: Sendet das Wort „Vielfalt“ an die Charity-Nummer 81190.

 

1 Kommentar zu Glücklich in St. Georg – Lutz Johannsen

  1. Ach Lutz – was für ein Typ. Das ist St. Georg!!

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