Der Bürgerverein – spielt nicht nur Boule

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Die „Macher“ des Bürgervereins, fast vollständig (v.l.n.r.): Maren Knigge, Oliver Sträter, Martin Streb, Helmut Voigtland, Peter Ulbricht und Ekkehard Thamm

…sondern auch sonst eine wichtige Rolle in St. Georg.

Vergangene Woche wurde wieder Boule gespielt im Lohmühlenpark. Wie jedes Jahr trafen sich Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Medien, wie jedes Jahr hieß es „Lange Reihe gegen Steindamm“. Nicht unerwähnt bleiben sollen diejenigen, die die fröhliche Boulerunde nahrhaft unterstützten: die Brötchen kamen von Herrn Etmenan (Novum Group), der Wein von Rolf Förster (IG Steindamm), der Kuchen vom Café Gnosa, die Datteln von Ali Barati (Pamir Bazar) und der Rest von Helmut Voigtland, dem langjährigen Vorsitzenden des Bürgervereins.

Dass der Sieger am 18. August erneut Steindamm hieß, trübte die Laune derjenigen, die für die Lange Reihe antraten, allerdings kaum, und auch der Vorstand des Bürgervereins St. Georg, der fast komplett vertreten war, nahm es mit Humor.  

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Der Boule-Pokal: auch 2016 wird der Steindamm eingraviert.

Was macht eigentlich dieser Bürgerverein?

Bürgerverein zu St. Georg von 1880 e.V., das klingt etwas sperrig und vielleicht auch etwas antiquiert – und passt daher gar nicht so recht zu seinen Zielen und zu all dem, was dieser Verein auf die Beine stellt. Ob Lohmühlenpark oder Turnhallensanierung, Umgestaltung Hansaplatz, offene Sonntage, Busbeschleunigung – immer wieder gibt es wichtige Themen, bei denen der Bürgerverein sich maßgeblich engagiert.

Als ich den Vorsitzenden Martin Streb um ein paar Infos gebeten habe, bekam ich ein 3,5 Seiten langes Word-Dokument, eng beschrieben – um nur kurz die Tätigkeiten des Bürgerverein zu St. Georg zu umreißen. Wie lässt sich das kurz fassen? Versucht hat es der damalige 1. Vorsitzende, Helmut Voigtland, zum 125. Geburtstag des Vereins im Jahr 2005: „Wir wünschen uns, dass der Wohnstandort St. Georg erhalten bleibt und das bunte quirlige Leben dieses Viertels gesichert wird.“

Und dazu gehört so einiges, wie Martin Streb, der 2013 Nachfolger im Amt des 1. Vorsitzenden wurde, in seiner Aufzählung beschreibt:

„Konkrete Ziele sind für uns bezahlbares Wohnen, die Stärkung unserer Schulen, Kitas und Jugendeinrichtungen, die Vollendung des Lohmühlengrünzuges, der Bau des Central-Parks, die Neuordnung des Bahnhofsumfeldes, die Integration unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund, die Einbindung der HAW (Hochschule für angewandte Wissenschaften) die Unterstützung unserer Theater, Galerien, kulturellen Initiativen und Vereine vor allem auch der Erhalt und die Weiterentwicklung der kleinen und großen Gewerbebetriebe. Und ja, vor allem möchten wir das bunte St. Georg bewahren mit seiner sozialen, ethnischen, kulturellen und religiösen Vielfalt.“

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Die Ziele und Aufgaben des Vereins werden vor allem durch die Teilnahme an der öffentlichen Diskussion verfolgt, konstruktiv-kritisch gegenüber Politik und Verwaltung, immer verbunden mit positiven Vorschlägen und Ideen. Hinzu kommt die Kontaktpflege im gut ausgebauten sozialen Netzwerk des Stadtteiles, Kontakte zu Behörden, Politikern, Investoren und Sponsoren sowie die Herausgabe der monatlichen Infozeitung.

Blätter aus St. Georg

Die Blätter hat wohl jede und jeder in St. Georg schon einmal gesehen, denn gut 2.700 Exemplare der bunten quadratischen Hefte liegen jeden Monat neu und immer kostenlos in zahlreichen Geschäften, Cafés und anderen Orten St. Georgs aus. Der Bürgerverein informiert über lokale Themen; die Inhalte werden von einer eigenen Redaktion erarbeitet, die aus Mitgliedern des Vereins besteht. Chefredakteur ist der erste Vorsitzende, der jede Monatsausgabe unter ein Thema stellt. Vergangene Ausgaben lassen sich übrigens nachlesen – auf der Website des Bürgervereins unter „Blätter„.

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Bürgerverein für alle

In der Satzung des Vereins wurde die Mitgliedschaft im Bürgerverein zu St. Georg geöffnet für alle, also nicht nur für deutsche Staatsbürger – absolut logisch und sinnvoll, denn so kann jeder, der hier lebt und arbeitet, Mitglied im Bürgerverein werden. Heute kommen die Mitglieder überwiegend aus St. Georg, teilweise aber auch aus den Nachbarstadtteilen und ganz Hamburg. Ganze 5,- Euro im Monat beträgt der Mitgliedsbeitrag für Privatpersonen, bis 30 Jahre und für Studentinnen und Studenten sind es nur 2,50 Euro im Monat. Gewerbliche Mitglieder zahlen 10,- Euro monatlich, um den Verein zu unterstützen. Der überparteiliche Verein finanziert sich ausschließlich aus diesen Mitgliedsbeiträgen und aus Spenden. Er ist gemeinnützig und kann daher Spendenbescheinigungen ausstellen.

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Veranstaltungen

Ob Seniorennachmittag im Atlantic (jedes Jahr rund 350 Gäste!!) oder Laternenumzug für die Kleinen, Picknick im Lohmühlenpark für Familien oder Kunstpreis Hansaplatz: es ist beeindruckend, was vom Bürgerverein auf die Beine gestellt wird.

Aktuelles Beispiel ist der neue Kurzgeschichtenwettbewerb, der gerade ausgelobt wurde:

Noch bis zum Donnerstag, 15. September 2016, ist die Einreichung von Geschichten zum Thema St. Georg möglich. Jeder darf teilnehmen, die Texte dürfen maximal 12.000 Zeichen lang sein. Die ehrenamtliche Jury besteht aus Danja Antonovic und Luc Jochimsen, der Autorin und Stern-Kolumnistin Meike Winnemuth, dem Schweizer Felix Schlatter vom Literatur-Hotel Wedina und Maximilian Buddenbohm, bekannt durch seinen Blog Herzdamengeschichten.

Für die drei Preisträger gibt es nicht nur ein attraktives Preisgeld. Die Siegergeschichten werden zur Preisverleihung öffentlich von Schauspielerinnen und Schauspielern im Hotel Wedina vorgetragen und natürlich auch in den Blättern aus St. Georg veröffentlicht.

Mehr zum Wettbewerb hier: der Bürgerverein bei Facebook.

Last but not least: Spenden, Mitarbeit oder Beitritt zum Verein? Gerne! Je größer der Verein, desto stärker ist er und desto besser kann er die Interessen aller in St. Georg vertreten. Interessenten und neue Mitglieder sind daher gern gesehen, um die Arbeit des Bürgervereins zu St. Georg zu unterstützen.

Wer erstmal reinschnuppern möchte: jeden 3. Donnerstag um 20 Uhr gibt es einen offenen Stammtisch bei Frau Möller für alle an St. Georg und am Bürgerverein Interessierten – einfach mal hingehen!

Kontakt über: www.buergerverein-stgeorg.de

 

1 Kommentar zu Der Bürgerverein – spielt nicht nur Boule

  1. Sehr schöner Artikel, der das tolle und ehrenamtliche Engagement unseres Bürgervereins wieder gibt!

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