Aus Pitzschel wurde Fränzi

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Von der Bio-Bäckerei Pitzschel zum vegetarischen Bistro Fränzi – in der Langen Reihe 93 neben dem Café Gnosa herrscht wieder Leben.

Gesund, vegetarisch, vegan sind die internationalen kleinen Speisen, die es dort von Montag bis Freitag von 11 – 20 Uhr gibt, auch zum Mitnehmen.

In Eigenregie haben Mariam (Design & Gestaltung) und ihr Freund Tobias (Einrichtung) den ehemaligen Bäckerladen hergerichtet und bilden dort nun ein Team gemeinsam mit Barista Gerrit, der für die Getränke zuständig ist. Es gibt Burger nein, Börger heissen sie hier, gemacht aus hauseigenen Bio Gemüsefrikadellen mit veganer Soße, die den aktuellen Burger-Trend vegetarisch und wahlweise auch vegan umsetzen. Vielversprechend klingen die verschiedenen Salate im Angebot wie z.B. „Rotes Beetchen mit Falafel“ oder ein Glasnudelsalat mit Granatapfel und Erdnüssen. „Teigteilchen und Freunde“ bilden die nächste Abteilung auf der kleinen Speisekarte, die später um einen Mittagstisch mit Pasta und Reisgerichten ergänzt werden soll. So bald wie möglich sollen zudem alle Zutaten ausschließlich aus biologischem Anbau stammen.

Alkohol gibt es nicht bei Fränzi, dafür hausgemachte Eistees und Limonaden, dazu Schorlen, Heißgetränke und alkoholfreies Biobier. Ingwer-Minz-Limo und Thymian-Honig-Limo stehen auf der Getränkekarte, besonders empfohlen wird der Shakerato mit Espresso und Zitronensaft: „Wirkt 1a bei einem Kater!“ Den habe ich heute ja nicht, deshalb versuche ich einen „Roberto“: eine Limo mit Rosmarin und Traube. Schmeckt ungewohnt, aber gerade deshalb gut: endlich mal was anderes als die ewigen Apfel- und Rhabarberschorlen.

Nach St. Georg hat es das Team bewusst verschlagen, „denn ernährungsbewusste Menschen, die vegetarische und vegane Speisen bevorzugen, gibt es hier doch mehr als z.B. in Wandsbek“, meint die 27jährige Mariam, die neben dem Bistro gerade mit dem Abschluss ihres Studiums Religionen, Dialog und Bildung beschäftigt ist. Dass sie ausserdem Zeichenlehrerin für japanische Comics an der Mangaschule ist, verrät sie mir nebenbei. Auch Tobias ist mit seinem Studium der vor- und frühgeschichtlichen Archäologie nicht der klassische Gastronom. Dafür weiß Mariams Vater Hussein Taherpour genau wie es geht: schon seit 1994 betreibt er eine Produktionsküche in Wandsbek, die an Gastronomie und Bioläden liefert. Nun sollen erstmals im eigenen Bistro die Kunden direkt mit den produzierten Waren versorgt werden.

WLAN gibt es hier übrigens nicht – eine bewusste Entscheidung. „Es geht auch mal ohne“, sagt Mariam, denn beim Essen könne man doch auch mal eine Online-Pause einlegen.

Noch ist das Bistro nicht ganz komplett; Bücherregale sollen an die Wand kommen, um es ein bisschen heimeliger zu machen. Auf der anderen Seite schmücken leere Fenster die Wand. Sie sind mehr als 100 Jahre alt und stammen aus einer alten Schankwirtschaft in Wüppels im Wangerland. Warum gerade Wüppels? Das ist wieder eine andere Geschichte, die mit Tobias zusammenhängt…

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Und der Name? Gemütlich sollte es werden, halt ein bisschen wie bei Mariams Oma Fränzi. Vielleicht ist es ja ein gutes Omen, dass gegenüber Gemütlichkeit auch groß geschrieben wird, seit über 30 Jahren – wenn auch weniger hip und eher rustikal: Frau Möller blinzelt durch die Fenster.

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3 Kommentare zu Aus Pitzschel wurde Fränzi

  1. Einfach nur zu empfehlen das Lädchen. Es schmeckt fantastisch und ist dabei auch noch gesund. Sehr empfehlenswert

  2. Super! Endlich lecker vegan und gesund essen! Einfallsreich sind die Gerichte auch noch!

  3. Schön! und schöner Artikel, danke! Das schauen wir uns gleich mal an.

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