Hinter dem Bus radeln?

Der erste Abschnitt der Busbeschleunigung auf der Langen Reihe ist fertig, die Straße wieder frei gegeben. Die letzten Absperrgitter wurden heute morgen abgeräumt, die Busse fahren wieder. Nun gibt es stellenweise breitere Fußwege, neue Fahrradbügel und Wartehäuschen an der Haltestelle Gurlittstraße auf beiden Seiten und die Schlaglöcher sind verschwunden – super!

Was aber machen die Radfahrer künftig, wenn sie hinter einem Bus stehen? Vorbeifahren? Stehen bleiben? Stecken sie im Stau oder wird halsbrecherisch überholt, weil es keine Ausweichmöglichkeit gibt? Ist das Hütchen auf der Sprunginsel schon ein Indiz dafür, dass hier zukünftig Autos und Radfahrer versehentlich draufknallen werden?

Passen Planung und Realität zusammen? Von der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation war vor der Maßnahme zu lesen gewesen: „Fußgänger können über die gesamte Bauzeit die Baustelle sicher passieren. Der Radverkehr wird ab Carl-von-Ossietzky-Platz umgeleitet über die Greifswalder Straße und Danziger Straße zurück zur Langen Reihe.“ Nicht ganz geglückt, würde ich sagen –  vielmehr drängten die Radler über die engen Fußwege, zickzack durch die Passanten hindurch. Klar, Idioten gibt es immer – aber eine vernünftige Ausschilderung dazu fehlte auch.

Wie geht es weiter mit den Radlern in Hamburg?

Diese und andere Fragen lassen sich mit den verkehrspolitischen Sprechern der Bürgerschaftsfraktionen diskutieren bei der öffentlichen Podiumsdiskussion des adfc Hamburg am kommenden Montag:

„Wer traut sich was?“ – Hamburgs Radverkehrspolitik auf dem Prüfstand
am Montag, 10. November 2014 um 19 Uhr

im Georg Asmussen-Haus in der Böckmannstraße 3.

Dabei sind die Verkehrsexperten von SPD, CDU, FDP, den Grünen und den Linken, Merja Spott vom adfc moderiert.

Das Georg-Asmussen-Haus liegt neben dem Herrenausstatter Policke, unten im Haus ist die Kaffeewelt. Wer in Hamburg auf dem Rad unterwegs ist, sollte die Veranstaltung besuchen, statt nur still vor sich hin zu schimpfen. Es könnte spannend werden.

adfc Podiumsdiskussion

 

2 Kommentare zu Hinter dem Bus radeln?

  1. Ich finde: gut gemacht, Behörden!
    Mache in dieser Stadt fast alles mit dem Rad, manchmal nutze ich Bahnen oder Bus. Natürlich hätte ich auch sehr gerne Radwege/Radstreifen in der Langen Reihe. Aber es ist da schon sehr eng. In diesem Fall hat der Bus mit seinen zig zu befördernden Personen eben auch Vorrang vor dem Radler. Der Halt wird im Normalfall kurz sein. Würde der Radler überholen, müsste der Bus wieder überholen, was in der Langen Reihe nicht wirklich geht etc. Also, ja, leider kurz abwarten. Wir sind hat viele Menschen in Hamburg.
    Die Ausschilderung der Umleitung für Radfahrer während der Bauphase fand ich so schlecht nicht. Ich habe sie gefunden. Ging gut.

  2. Gestern schon zwei Autos gesehen, die mit Schwung auf die Insel geknallt sind. So wie ich das sehr, werden die Radfahrer jetzt NOCH MEHR auf dem Fußweg fahren. Macht total Sinn das Ganze.

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