Schorsch lädt ein zum Abschied

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Ein wehmütiger Blick kurz vor dem Abriss?

„Nein,“ sagt Tilman Krüger, stellvertretender Leiter des Schorsch, im Treppenhaus des alten Gebäudes im Kirchenweg 20. „Das Schorsch nimmt zwar Abschied und wird abgerissen, aber der Neubau an gleicher Stelle ist ein großer Schritt in die richtige Richtung“.

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Vom maroden, baufälligen Schorsch zum neuen Integrations- und Familienzentrum IFZ ist es allerdings noch ein langer Weg. Aktuell stehen überall Umzugskartons herum, es wird gepackt und noch brauchbares Inventar, das nicht mit umzieht, in der Heinrich-Wolgast-Schule eingelagert. Durch die Vermittlung von Wolfgang Schüler von der IG Steindamm waren nach langer Suche Räumlichkeiten für den Übergang gefunden worden. Am Steindamm 87 quartiert sich die Integrative offene Kinder-, Jugend- und Familienarbeit SCHORSCH auf 480 qm im 3. und 4. Stock ein, um die Übergangsphase bis zum Wiedereinzug in den Neubau zu gestalten.
Zum Abschied und zur Erinnerung an eine lange, ereignisreiche Zeit mit vielen Erlebnissen und Begegnungen wird in geselliger Runde Abschied genommen vom alten Gebäude im Kirchenweg 20

am Donnerstag, 23. Oktober um 18 Uhr.

Wer dabei sein möchte, ist herzlich eingeladen. Bitte eine Kleinigkeit für das Fingerfood Büffet mitbringen!

Für Freitag, den 31.10. ist in den neuen Räumlichkeiten im Steindamm 87 ein Tag der Offenen Tür geplant, ab dem 3.11. soll der Betrieb dort dann – zumindest mit einigen der bisherigen Angebote – weitergehen.

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Was macht eigentlich das Schorsch?

Von aussen kennen die meisten St. Georger das Gebäude; was dort angeboten wird, ist jedoch nicht jedem bekannt: Das Schorsch ist eine Stadtteileinrichtung für Integration und Bildung mit überregionaler Ausrichtung für Kinder, Jugend und Familien. Eine Vielzahl an Angeboten ermöglicht vor allem Kindern und Jugendlichen ihre Freizeit dort zu verbringen, Kontakte zu knüpfen, sich informieren und beraten zu lassen. Die Auseinandersetzung mit verschiedenen Kulturen, Religionen, gesellschaftlichen Werten und Traditionen gehört ebenso dazu wie die Stärkung der Kreativität und Lebensfreude – offen für alle Generationen. Ob Schwimmgruppe oder Berufsberatung und -orientierung, Ausflüge oder Reisen – die Angebote sind meist nur mit einer geringen Gebühr verbunden, um sie für jede/n zu ermöglichen. Im Kirchenweg 20 konnten Mädchen sich in einem eigenen Raum wohlfühlen, verschiedene Sportmöglichkeiten und ein Saal für Großveranstaltungen genutzt werden.

Die drei Spielhäuser auf den Spielplätzen am Kirchhof, im Lohmühlenpark und in der Danziger / Rostocker Straße gehören ebenfalls zu der Einrichtung und bieten etwa 3 – 4 Stunden täglich eine/n Betreuer/in vor Ort für die kleineren Kinder.

Unter der Leitung von Petra Thiel und Tilman Krüger, mit einem Team von Sozialpädagogen, Honorarkräften und gelegentlich auch ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen sind mittlerweile über 50 Personen in der Stadtteileinrichtung engagiert. Um das fachliche Management kümmert sich der Träger, die ev.-luth. Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde.

Für wen ist das Schorsch?

Priorität haben Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil. Dabei kommt ca. ein Drittel der Besucher aus St. Georg, ein Drittel kommt aus angrenzenden Stadtteilen, ein weiteres Drittel aus ganz Hamburg, z.B. aus Stadtbezirken, in denen es diese Angebote nicht gibt.

Seit einigen Jahren gibt es ein Kooperationsprojekt mit der Wolgast-Schule und der Stadtteilschule St. Georg: Schüler und Schülerinnen werden an vier Nachmittagen von 14.30 bis 16 Uhr in der Schulzeit im Schorsch betreut. Im sogenannten „Schorsch-Club“ können sie in unterschiedlichen Gruppen an Aktivitäten teilnehmen und sich für verschiedene Themen entscheiden – ob Ruhe oder Trubel, ob draussen oder drinnen. So ergibt sich eine Ganztagsbildung, die aus dem formalen (Schul-)System in das informelle Angebot der offenen Jugendeinrichtung übergeht.

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Wie geht es weiter am Kirchenweg 20?

Der Abriss des alten Gebäudes soll noch im November passieren, demnächst gibt es an dieser Stelle also erst einmal eine große Baustelle. Baubeginn für den Neubau wird voraussichtlich im neuen Jahr sein.
Im neuen Gebäude wird die bisherige Arbeit als Integrations- und Familienzentrum fortgeführt werden. Dazu kommen noch weitere soziale Einrichtungen, wie die AIDS-Seelsorge und ein Wohnblock für Auszubildende mit ca. 50 Wohnungen, außerdem sind ergänzend ein bis zwei Krisenwohnungen vorgesehen. Die Neueröffnung ist für 2016 geplant.

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Schorsch alt

Schorsch IFS Entwurf

Schorsch neu (Entwurf)

Wer mehr über das Schorsch in St. Georg erfahren möchte: hier geht es zur Website.

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