Es gibt kein Entkommen – Straßenmusik

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Ein schöner Sommertag. Endlich ein bisschen Ruhe. Abends noch ein Weinchen auf dem Balkon. Oder lass uns irgendwo draussen was trinken! Lieber nicht, denn da lauern die unsäglichen Straßenmusiker, die St. Georg in den letzten Wochen fest im Griff haben. Manchmal kommen alle 10 Minuten neue Musikanten vorbei, fiedeln oder drücken Tasten und dann die freundliche Frage:  „1 Euro für die Musik?“ Nein. Nein. Nein.

Ich habe nichts gegen Straßenmusik, ganz im Gegenteil. Da gibt es tolle Musiker zu entdecken, die auf Bürgersteigen und in Fußgängerzonen überraschen. Gestern habe ich z.B. in Ottensen Rory Charles gesehen, ein unscheinbarer Typ mit Rauschebart – und dann fängt der an zu singen – wow!

In St. Georg habe ich so etwas noch nicht entdecken können. Hier geht es nicht um musikalischen Ausdruck, sondern um eine alternative Art des Broterwerbs. Ich vermute ganze Ausbildungslager in osteuropäischen Ländern, wo die gängigsten Weisen eingeübt werden, um im Anschluss mit Akkordeon, Gitarre, Geige und am besten gleich noch Umtata-Rhythmusmaschine die U-Bahnen und  Bürgersteige in Hamburg zu stürmen – St. Georg scheint aktuell besonders hoch im Kurs zu stehen.

Nein, ich möchte nicht dauernd Musik hören, wenn ich essen gehe, ich möchte da einfach ganz in Ruhe sitzen. Und wenn schon Musik, dann bitte, bitte von Menschen, die ihr Instrument beherrschen! Wenn sich Cafébetreiber vor ihren Kunden rechtfertigen müssen „tut uns leid, wir können nichts machen gegen die Musik, das ist ein öffentlicher Weg“ und Ladeninhaber verzweifeln „der steht da schon den halben Tag, ich dreh bald durch“, dann hat das nichts mehr mit Unterhaltung zu tun. Wer die Tage den Jungen mit der Geige gehört hat, der leider (noch) nicht Geige spielen konnte, weiß genau wovon ich spreche…

Wo sind die Schüler der Hamburger Musikhochschulen, die ihre Instrumente gut beherrschen, wo die Künstler mit eigenen tollen Songs? Warum macht ihr nicht in St. Georg halt? Ich möchte euch so gern einen Euro für die Musik geben!

4 Kommentare zu Es gibt kein Entkommen – Straßenmusik

  1. Mann, Mann, Mann! Strassenmusiker-Bashing, Osteuropäer-Bashing und Bashing von Menschen, die statt „Weinchen auf dem Balkon zu trinken“ Geld verdienen wollen/müssen! Toleranz fängt vor der eigenen Haustür an!

    • Hallo Herr Streck,
      danke für Ihren Kommentar! Diskutiert wurde über diesen Artikel ja schon jede Menge – allerdings auf der dazugehörigen Facebook-Seite. Auch dort gab es Leser „pro“ Straßenmusikanten, die Mehrzahl jedoch empfindet die Musik ebenfalls eher als Belästigung.
      Das Glas Wein auf dem Balkon gibt es übrigens erst abends – wenn es verdient worden ist 😉

  2. Ist mir piepegal, wo die Straßenmusiker herkommen: Hauptsache, sie können spielen. Und das kann man von denen die zur Zeit hier die Bürgersteige belagern leider nicht sagen. Schlimmm!

  3. Oh ja, es ist grausam. Nicht nur, dass die „Musiker“ selbige Bezeichnung nicht verdienen, auch ihr seit Jahren immer gleiches Repertoire ist Terror pur. Vermutlich sind in den osteuropäischen Ausbildungslagern Quantanmera & Co. im Blitzkursus zu absolvieren. Als Gast im Restaurant kann ich meinem Ohrenheil zuliebe aber immerhin in andere Etablissements ausweichen, als Anwohner bin ich der akustischen Dauerbeschallung jedoch tagein tagaus ausgesetzt. Es wäre wirklich an der Zeit, dass dem inflationären Gedudel langsam mal der Riegel vorgeschoben wird.

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