Feierabend bei Fairy Food

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Die Leuchtreklame strahlt abends noch hellgrün, die Website ist noch online. Viel mehr ist leider nicht übrig von der schönen Idee der neuen veganen Ernährung in der Langen Reihe 47. Kirsten Mulachs Fairy Food GmbH hat Ende Dezember Insolvenz angemeldet, das Verfahren wurde vor einer Woche eröffnet.

Wer in die 40 qm Ladenfläche einziehen wird, ist noch nicht klar, die Neuvermietung des Ladengeschäfts („Tolle Lauflage“) in Arbeit.

Nach gut einem Jahr also wieder ein Wechsel; die Zyklen werden immer kürzer. Tolle Idee, Laden mieten, durchstarten, klappt nicht, wieder schließen. Vielleicht werden Kaufkraft oder Kaufwille der Anwohner und Besucher St. Georgs und besonders der Langen Reihe einfach immer wieder überschätzt.

Ja, es gibt viele schöne Dinge, leckere Sachen, nette Accessoires und auch gute Ideen. Aber auf der anderen Seite stehen die beträchtlichen Mieten, Personal- und Energiekosten.

Bye bye Fairy Food und Daumen drücken, dass der nächste Mieter länger durchhält!

Fairy Food geschlossen

7 Kommentare zu Feierabend bei Fairy Food

  1. Gestern war Gläubigerversammlung im Insolvenzverfahren: Fairy Food hat knapp € 900.000 Schulden in nur 11 Monaten gesammelt. Die Mietkosten spielten dabei so gut wie keine Rolle. Es war schlichtes Misswirtschaften, was das Problem war. Die Geschäftsführung des Fairy Food hat über 11 Monate keine einzige Rechnung bezahlt. Die Gentrifizierungs-Diskussion ist hier daher fehl am Platz.

  2. Ist ja auch eine Wahnsinnsmiete! Bei der simplen Berechnung, dass die Fixkosten (Miete, Personal, etc.) nicht mehr als ein Viertel des Umsatzes ausmachen sollten, sehr ambitioniert.
    Schade!

  3. Ich fand die Idee eines veganen Ladens nicht verkehrt. Bioläden siedeln sich ja auch genere dort an, wo das Geld etwas lockerer sitzt. Problematisch fand ich jedoch die grüne Beleuchtung. Auf meinen Privatpartys war vom Buffet am Schluss auch mehr übrig, wenn ich es rot oder grün beleuchtet habe. Das Auge isst eben mit.

  4. Die Lokalität sollte man mieten und zum Parkplatz umbauen. Das hat in der Gegend Potential und Kundschaft wird vermutlich rund um die Uhr reinkommen.

  5. Ja, es wäre schön, wenn die Läden sich länger halten würden, aber dazu reicht eine nette Idee von Überzeugungstätern eben nicht aus. Ein guter Businessplan umfasst normalerweise auch eine Wettbewerber- und Standortanalyse sowie eine Einschätzung des tatsächlichen Bedarfs. Da bräuchte es schon eine tatkräftige Zauberfee und nicht nur kleine Elfen, wenn Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander klaffen. Schade für die St.Georger, dass die Lange Reihe sich zur Experimentierzone hipper Gastronomie entwickelt und alteingesessene Geschäfte auf dem Rückzug sind.

    • Ja, ich stimme dir absolut zu. Es erstaunt mich auch, dass bei den Gründungen offensichtlich der Businessplan hinten und vorn nicht passt. Vielleicht sind die Umsatzschätzungen einfach unrealistisch, die Einnahmeerwartungen zu hoch. Für alle Beteiligten ist so etwas wenig schön.

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  1. Kochhaus St. Georg in der Langen Reihe verschwindet.
  2. Noch mehr Kumpir und Burger auf der Langen Reihe

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