Kommt die Busbeschleunigung auf der Langen Reihe?

Busbeschleunigung Lange Reihe

Im vergangenen Jahr bewegte wieder einmal eine Umgestaltung der Langen Reihe die Gemüter: das Busbeschleunigungsprogramm. Nachdem in den letzten Jahren verschiedenste Ideen wie die Errichtung einer Tempo 30-Zone, die Sperrung für den Durchgangsverkehr oder aber die Schaffung einer Gemeinschaftsstraße diskutiert worden waren, nun also ein neuer Versuch mit neuen Maßnahmen.

Um die Buslinien 6 und 37 schneller zu machen, wurden Ende des Jahres der Abbau von drei der fünf Ampelanlagen, die Verlegung der Haltestellen auf die Straße und die Errichtung von „Sprunginseln“ auf der Straßenmitte erdacht. Positiv klingt an dem Konzept der Umbau von Park- und Haltezonen zu Ladezonen, um besonders morgens die Staus hinter Lieferwagen zu verringern – aus meiner Sicht. Auch hierzu dürften die Meinungen aber auseinandergehen.

Parkverbot Lange Reihe

Autoabgase und Straßenlärm nerven

denn die Lange Reihe hat sich in den letzten Jahren zu einer sehr stark befahrenen Straße entwickelt, an der das draussen Sitzen oft keinen Spaß mehr macht. Für Radfahrer gestaltet sich der Slalom um Schlaglöcher, Autos und Busse nicht nur als wenig angenehm sondern als oft gefährlich.

Aber ist die Beschleunigung der Busse der richtige Weg? Das Programm soll über 1 Mio. Euro kosten und eine Einsparung von 2 Minuten Fahrzeit bringen. Wenn Autos, aber auch Radfahrer hinter den Bussen warten müssen, da statt in den Haltebuchten auf der Fahrbahn ein- und ausgestiegen wird: ist das die ersehnte Verkehrsberuhigung? Und kommen diejenigen, die nicht so schnell laufen können, ohne Ampeln auch noch über die Straße?

Einladung zur Informationsveranstaltung

Fragen über Fragen, die bei der Infoveranstaltung in der kommenden Woche gestellt und hoffentlich auch beantwortet werden. Der Verkehrsausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte lädt zur öffentlichen Anhörung ein; eine interessante Diskussion ist zu erwarten:

Am Dienstag, 14. Januar um 19 Uhr

in der Aula der Heinrich-Wolgast-Schule,
Greifswalder Straße 40

Alle, die sich für die Zukunft der Langen Reihe interessieren, sollten diesen Termin nicht verpassen!

Sonntagspolitessen Lange Reihe

5 Kommentare zu Kommt die Busbeschleunigung auf der Langen Reihe?

  1. Hallo Angela,
    wie nicht anders zu vermuten war (leider), ist der Umbau der Langen Reihe zur Busbeschleunigung von der SPD im Verkehrsausschuss beschlossen worden.
    Liebe SPD, Danke dass wir Bürger immer nur zahlen, aber nicht mitbestimmen dürfen!
    http://hh-mittendrin.de/2014/01/verkehrsausschuss-freie-fahrt-fur-die-busbeschleunigung-in-st-georg/

    • Hallo Ingo,
      danke für die Info aus der Verkehrsausschusssitzung.
      Wie das jetzt wohl werden wird mit den Umbaumaßnahmen? Vielleicht learning by doing: erstmal bauen, später ändern?

      Grüße
      Angela

  2. Diese Pläne stimmen mich wütend. Die Lange Reihe sollte für Autos und Busse komplett gesperrt werden (Lieferverkehr frei)! Als Fußgänger/ Radfahrer hat man jetzt schon schlechte Karten, nicht nur in dieser Straße.

  3. Liebe Frau Rohbeck,
    das Busbeschleunigungsprogramm für die Lange Reihe ist unsinnig. Seit Jahren wünschen wir uns Tempo 3o, weniger Staus und Verkehrsberuhigung auf der Langen Reihe. Der jetzt vorgelegte Plan ist schlechter als das frühere Vorhaben, die Lange Reihe zu einer Shared Space Zone zu machen. Weil:
    -weniger Sicherheit für Fußgänger durch den Wegfall der Ampeln,
    -mehr Staus durch haltende Busse auf der Straße, die wegen der Sprung-
    înseln auch nicht mehr passiert werden können.
    -kein Zeitgewinn für Busse, weil z.B. Paketdienste immer noch in 2.Reihe
    stehen werden,
    -hierfür Bäume vor dem Lohmühlengrünzug gefällt werden sollen
    -der Kreisel am Ende der Langen Reihe für Busse und LKWs viel zu klein
    ist
    -weil 1,3 Mio Euro für dieses Vorhaben wirklich ein Fall für den Rech-
    nungshof sind – oder hat Hamburg plötzlich soviel Geld?
    usw. usw.
    Die Planer haben die Bürger, Anwohner, Grundeigentümer und Gewerbetreibenden in der Langen Reihe nicht befragt, sie nicht eingebunden. Ich vertrete viele von Ihnen. Ich bestreite, dass der geplante
    Umbau gewünscht ist. Meine Mandanten haben mich gebeten, die Möglichkeit einer Klage zu prüfen, sollte der Senat tatsächlich an diesem Pan festhalten.
    MfG Helmut Voigtland
    Rechtsanwalt

    • Sehr geehrter Herr Voigtland,
      ich stehe einer Busbeschleunigung in der Langen Reihe ebenfalls skeptisch gegenüber. Allerdings finde ich die momentane Situation in der Langen Reihe auch unerträglich.
      Da laut Plan mit der Umsetzung der Busbeschleunigung einige Parkplätze wegfallen werden, wird dadurch auch der Individualverkehr reduziert. Ein meiner Meinung nach weiterer richtiger Schritt, die Autos aus der Stadt rauszuhalten. Wenn jetzt argumentiert wird, dass damit dem ansässigen Einzelhandel geschadet wird, kann ich nur sagen, dass es sich bei den „Parkplätzen“ in der Langen Reihe hauptsächlich um Halteverbotszonen handelt. Die meisten Autofahrer halten aber nicht kurz zum Ein- und Aussteigen um einzukaufen, sondern nutzen die Fläche verkehrswidrig als Langzeitparkplatz. Diese Möglichkeit wird ihnen jetzt genommen.
      Wie gesagt, auch ich finde eine Busbeschleunigung nicht optimal. Eine Dreißiger Zone wäre mir lieber gewesen. Aber so hat jeder seine eigenen Vorstellungen.
      Einfach nur dagegen zu sein, so wie Sie es in ihrem Kommentar machen, finde ich aber in einer Debatte nicht konstruktiv.
      In Ihrer Aufzählung bemühen Sie Argumente, die meiner Meinung nach mehr Interpretationen als Fakten sind. Deshalb möchte ich kurz auf ein paar davon eingehen.
      Sie schreiben:
      „weniger Sicherheit für Fußgänger durch den Wegfall der Ampeln“
      Wie am 14.1.2014 in der Anhörung gesagt wurde, fallen durchaus nicht alle Ampeln weg.
      Sie schreiben:
      „mehr Staus durch haltende Busse auf der Straße, die wegen der Sprung-
      înseln auch nicht mehr passiert werden können.“
      Eine Vermutung. Meine Vermutung ist, dass es nicht mehr Staus als bisher geben wird, da durch die Reduzierung der Halteverbotszonen weniger Autos ein- und ausparken werden.
      Sie schreiben:
      „kein Zeitgewinn für Busse, weil z.B. Paketdienste immer noch in 2.Reihe
      stehen werden“
      Eine Vermutung. Meine Vermutung ist, das Paketdienste künftig in den neu eingerichteten Ladezonen halten werden und nicht in der zweiten Reihe.
      Sie schreiben:
      „weil 1,3 Mio Euro für dieses Vorhaben wirklich ein Fall für den Rech-
      nungshof sind – oder hat Hamburg plötzlich soviel Geld?“
      Auf was stützt sich diese Vermutung?
      Ich möchte betonen das ich keinerlei Interessen vertrete. Als normaler Einwohner von St. Georg, der gerne hier lebt und sich auch engagieren möchte, kann ich es aber nicht widerspruchslos hinnehmen wenn Interessengruppen welcher Art auch immer versuchen, die Meinungshoheit an sich zu reißen. Mit einer „Dagegenhaltung“ ohne diskussionswürdige Alternativen kann ich nichts anfangen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Christian Traut

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