t-lovers in wonderland

Diesem Wortspiel konnte ich nicht widerstehen, denn beide Neueröffnungen auf der Langen Reihe haben sich im Englischen bedient, um ihr Unternehmen klangvoll zu benennen.

Bei den t-lovers lässt sich mit etwas Fantasie herleiten, dass es um Tee geht, während Wonderland als Oberbegriff zu verstehen ist: ein Wunderland, in dem es immer wieder Neues für die Wohnung zu entdecken gibt.

Wonderland Hamburg

öffnete am 14. Juni seine Pforten und bietet keine Motorroller 😉 sondern vor allem Artikel für das schöne Zuhause (Geschirr, Deko-Artikel, Seifen). In dem liebevoll hergerichteten Store findet  sich im hinteren Bereich außerdem ein Shop im Shop (Bären Company), der die Weingummi-Versorgung des Viertels sicherstellen will. Vor allem soll es im Geschäft immer wieder neue Artikel geben, die bei Lieferanten und auf Messen entdeckt werden und die nicht „an jeder Ecke“ zu haben sind. Überschneidungen mit dem Lagerhaus sind dabei nicht beabsichtigt, vielmehr sollen sich beide Geschäfte ergänzen – auch wenn  hier und da ähnliche Artikel in den Sortimenten zu finden sind.

Tee im Latte Macciato-Preissegment

bietet die t-boutique 180 m weiter auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Am 24. Juni eröffnete der Laden in der Langen Reihe 68, einem Geschäft mit bewegter Vergangenheit. Nichts erinnert mehr an die Buchhandlung Wohlers: sehr modern, aufgeräumt und clean wird dort nun Tee präsentiert – zum Kaufen oder zum gleich Trinken. „Pure Teas“ gibt es dort von 2,80 bis 3,90 Euro. Schnell wird angesichts der Auswahl  klar, dass Menschen, die einfach „schwarzen Tee“ trinken, sich hier allerdings ein paar Gedanken mehr machen müssen.

Teeladen – da dachte ich bislang an dunkelgrüne Tüten, die in rauhen Mengen in schmucklosen Regalen stehen. In der t-boutique der t-lovers ist alles anders: die rosafarbenen Teeverpackungen wirken eher wie Kosmetikkartons, und auch beim Teeschnuppern kommt mir die Parfümerieabteilung im Alsterhaus in den Sinn. Hier sind es allerdings keine parfümgetränkten Duftstreifen sondern große Gläser, die über die Teeauswahl gestülpt sind und in denen sich das Aroma der einzelnen Mischung fängt: die Nase über das Glas gehalten – mhmmmm, wie das duftet!
Auch die Teenamen für die rund 80 Sorten machen dabei großen Spaß, denn das Tee-Team um Eva Böhmer-Krause und Martin Sasse hat dabei seiner Kreativität offensichtlich freien Lauf gelassen. Was bei den zubereiteten Tees Kreationen wie Iced Tea, LatTea und SmooTea bedeuten, lässt sich erahnen, während mir der Begriff Matcha Tea bislang noch nicht untergekommen war. Wikipedia sagt dazu: zu Pulver vermahlener Grüntee, der in der japanischen Teezeremonie verwendet wird. So etwas lernt man dann sicher demnächst in dem kleinen Raum im Untergeschoss, in dem künftig Teeverkostungen stattfinden sollen. 
  

14 Kommentare zu t-lovers in wonderland

  1. wie nett, lieber Marius, dass du dir über Mieten und „früher war alles viel schöner“ Gedanken machst – bitte nicht vergessen, dass in diesem wunderschönen lebendigen Stadtteil mal der Kinderstrich blühte – ist noch gar nicht so lange her – ! Herr Wohlers hat einen neuen schönen Platz und wird zum Glück weiter für den St. Georgschen Intellekt und somit auch durchs Lesen von Büchern für eine verbesserte Rechtschreibung der verschiedenen Rezensenten sorgen.
    Und jetzt zu t-lovers: super Konzept, geschmackvoll, gemütlich, pointiert, herrliche Tees, wenn da nur nicht dieser muffige Herr Sasse wäre. Oft steht er rauchend vor der Tür und versperrt bzw. vermiest mir den Eintritt; grüßen muss er noch lernen, freundlich sein auch und meistens wirkt er völlig überfordert – ok, der Tee war lecker. Also bis dann, wenn die „Kinderkrankheiten“ überwunden sind, stehe ich wieder auf der Matte.

  2. Seltsam, ich dachte, in St. Georg wohnen die immer toleranten, aufgeschlossenen, entspannten und Neuem offen gegenüberstehenden Hamburger und Innen natürlich. Scheint wohl auch nur ein Vorurteil zu sein. Ich habe t.lovers bereits besucht, einen Teecocktail probiert und Tee gekauft. Anstatt Vorurteile zu manifestieren, wäre das für einige der Kommentatoren vielleicht auch mal ganz sinnvoll. Das Geschäft haben zudem eine wirklich klasse Auswahl an französischen Produkten (Sirup, Limonade, Gebäck, etc.), wirklich ein Zugewinn für Hamburg.

    • Danke für diesen Kommentar.

    • Tja, die Toleranz endet halt, wenn man selbst, Freunde oder das soziale Umfeld von Verdrängung bedroht ist und man es sich wegen der extrem steigenden Mieten nicht mehr leisten kann, in St. Georg zu wohnen oder sein Geschäft zu haben. Es gibt eben Dinge die etwas existenzieller sind als mal eben ein Tee für 4 Euro zu trinken und sich über ein neues Geschäft mit Sirup, Limonade und Gebäck zu freuen. Und t-lovers sind halt symtomatisch für den Verdrängungsprozess in St. Georg, insbesondere mit der Vorgeschichte.

  3. Mal ganz im Ernst: Wie wollen die denn die Miete von 5000,- Euro/Monat (bei Jendrusch!) + laufende Kosten und Gehälter stemmen? Mit Tee? Selbst bei diesen horrenden Preisen undenkbar. Und überhaupt: Für mich bleibt dieser Laden mit Wohlers verbunden, so ein blödes schickimicky-Lokal will ich hier in St. Georg gar nicht haben!

  4. Dort können sich endlich – zur Abwechslung mal über ein Tässchen Tee –, gestresste Immobilienhaie ihren nächsten Coup ausdenken.

  5. Chi-Chi-Krams für schlaubergerbebrillte DINKS!

  6. Endlich mal Tee und nicht der x-te Coffee Shop. Gegen das gelungene und bewährte Angebot von Samowa werden es die Besitzer bei mir leider schwer haben und die Tatsache, dass dies gefühlt immer noch der Laden von Wohlers ist, macht es nicht leichter. Da können die neuen Mieter zwar persönlich nichts dafür, strukturell aber schon.

  7. Auch wenn der Teeladen eine wirkliche Abwechslung darstellt und kreative neue Ansätze hat, denke ich nicht, dass er sich lange halten wird. Von außen wirkt alles zu künstlich und durchgestylet. Da fehlt irgendwie die Gemütlichkeit.

    Wonderland muss meiner Meinung nach ebenfalls nicht sein. Es ist zwar besser als eine Douglas Filiale, aber etwas mehr Berlin wie z.B. eine nette Lounge oder ein kreativer Klamottenladen wie der The Art of Hamburg Shop gegenüber hätte der Langen Reihe sicher gut getan.

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  1. Ein Krimi, der in Hamburg und Ostfriesland spielt - und St. Georg ist auch dabei.

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