Neue Läden, alte Läden

Viel hat sich getan in den letzten Tagen in St.Georg. Wohlers scheint nun doch bleiben zu können, wenn denn die Verträge auch unterschrieben werden, über die schon jetzt berichtet wird: Hamburger Abendblatt.
Interessant fand ich im Abendblatt die Aussage von Frau Sgroi, die zur Meldung ihres Umzugs von St. Georg nach Pöseldorf (Eröffnung einer Luxus-Trattoria) sprach: „Ich habe an der Langen Reihe nicht das Publikum, das in ein Sternerestaurant einkehrt.“
Gentrifizierung und teure Eigentumswohnungen überall im Viertel, aber für ein Essen im Sgroi reicht es nicht? Und als in St. Georg noch alles günstiger war, lief auch das Restaurant mit dem Michelin-Stern besser? Seltsam.
Sgroi Alimentari an der Ecke wird dann wohl mit verschwinden, schade. Hoffentlich zieht in das Eckgeschäft ein ebenso schöner Laden ein.

In der Langen Reihe 25 (ex Modelleisenbahnladen Schellhass) wird es tatsächlich ein weiterer Coffee Shop – nicht sehr aufregend. LOHAS steht ja für „Lifestyle of Health and Sustainability“, also einer Orientierung an Gesundheit und Nachhaltigkeit – na immerhin etwas.Dass das angelo’s zum Jahresende schließt, nachdem es erst Mitte 2009 in die ehemaligen Geschäftsräume von Betten Sass eingezogen war, überrascht nicht sehr,

denn obwohl es dort immer eine Freude ist, die Schaufenster zu betrachten und der gesamte Laden sehr liebevoll eingerichtet ist: Kunden für die hochpreisige Bekleidung habe ich dort selten gesehen.
Nun soll es eine Filiale für Wohnaccessoires, Deko und Geschenke werden. Ob Butlers oder Depot – eigentlich egal und in jedem Fall blöd für das Lagerhaus, das ein ähnliches Sortiment anbietet.

Das gleiche Schicksal hat das XOK in der Langen Reihe 19 erlitten, das ebenso schlecht besucht war und daher ab November zu einer griechischen Taverne wird.

Fushifu in der Gurlittstraße bleibt vorerst, verkleinert aber den Laden ein wenig, da diese Fläche für eine im Haus neu entstehende Maisonette-Wohnung benötigt wird.
Schräg gegenüber in der Nr. 44 findet sich nun „Weindealer“ Jan Hoffmann, der mit seinen Weinen bei Alles Käse + Co in der Ellmenreichstraße ausgezogen ist.

Das Kaufhaus Hamburg im Ex-Kräuterhaus befindet sich in der „Pre Opening-Phase“ (richtige Eröffnung am 3.11.) und bietet Hamburgisches vor allem für Touristen und Geschenkesucher: sehr schöne Dinge zu durchaus ambitionierten Preisen. Everest ist wieder da mit Schmuck, Buddhastatuen, Räucherstäbchen und vielem mehr aus dem Reich des Buddhismus und des Hinduismus, in alten Räumen neu renoviert in der Langen Reihe 48.

Schräg gegenüber im Eiscafé Triboli, Lange Reihe 47, gib es den Winter über wieder „Drei Monate Gestaltung außer der Reihe“ mit Schmuck und Textilem, Filz, Holz, Glas und Seife, Fotografie, Papier und Buchbinderei, Keramik, Hüten und Kleidung. Bis zum 12. Januar lassen sich dort aufs Allerfeinste Geschenke und schöne Kleinigkeiten bestaunen und erstehen. Geöffnet ist von Dienstag bis Samstag von 12 bis 18 Uhr: langereihe47.de.

Am Ende der Langen Reihe ist das Baugerüst vom „Niemerszein-Haus“ verschwunden. Erst jetzt erkennt man, was für ein Klotz dort hingesetzt wurde.

Edeka und Wohnungen in der Langen Reihe1000 Töpfe war wahrlich kein Schmuckstück, aber die Häuserschlucht, die dort statt des alten Flachbaus entstanden ist, erinnert unangenehm an die zugebaute Große Elbstraße.
Auch der Fotoladen 1000 Töpfe im Eckhaus Schmilinskystraße schließt leider zu Ende Januar.

1000 Töpfe Fotoshop Lange ReiheDie große Ladenfläche am Spadenteich (384 qm), die seit Monaten leer steht, soll nun mittels eines Shop-in-Shop-Konzepts vermietet werden: 36qm gibt es über Plambeck nun schon für 1.080,- Euro im Monat zzgl.  Nebenkosten.

Die Veränderungen im Viertel werden wohl in den nächsten Wochen und Monaten noch viel Stoff für Blogartikel und Diskussionen bieten.

4 Kommentare zu Neue Läden, alte Läden

  1. Es ist unglaublich, wie negativ die ganze Berichterstattung ist. Man fragt sich nur warum. Die Bösen sind immer nur die Anderen! Herrlich!

  2. Das Problem des Sgroi dürfte weniger der Geldbeutel des Publikums sein, sondern die Umgangsformen der Angestellten und auch der Chefin. Die lassen in letzter Zeit nämlich sehr zu wünschen übrig.

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